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Ratgeber · Entscheidung

Website selbst machen
oder machen lassen?

Wix, Jimdo oder ein eigener Webdesigner — die Frage stellt sich fast jeder Betrieb genau einmal, und meist unter Zeitdruck. Dieser Ratgeber rechnet beide Wege ehrlich durch, benennt die Nachteile der Baukästen, die in Vergleichen selten stehen, und gibt dir sechs Fragen, mit denen du die Entscheidung in zehn Minuten treffen kannst.

Die Entscheidung in einem Satz

Ein Baukasten ist die richtige Wahl, wenn deine Website ein Nebenschauplatz ist und du Zeit übrig hast. Eine gebaute Website ist die richtige Wahl, wenn Kunden dich über das Internet finden sollen und deine Zeit im eigenen Betrieb produktiver eingesetzt ist als beim Verschieben von Textblöcken.

Alles Weitere sind Details — aber es sind Details, die je nach Fall ein paar tausend Euro und einige Wochenenden ausmachen. Deshalb hier die vollständige Rechnung.

Was kostet eine Website bei Wix oder Jimdo?

Stand Juli 2026 liegen die gängigen Website-Tarife bei Wix je nach Paket etwa zwischen 9 € und 29 € pro Monat, der große E-Commerce-Tarif deutlich darüber. Bei Jimdo bewegen sich die kostenpflichtigen Pakete je nach Umfang etwa zwischen 9 € und 39 € pro Monat. Die niedrigen Werte gelten in der Regel nur bei Jahreszahlung im Voraus. Listenpreise ändern sich häufig — prüfe sie vor der Entscheidung direkt beim Anbieter.

Der entscheidende Punkt ist nicht der Monatspreis, sondern die Laufzeit. Eine Firmenwebsite lebt typischerweise fünf bis sieben Jahre:

Tarif1 Jahr5 Jahre7 Jahre
15 € / Monat180 €900 €1.260 €
25 € / Monat300 €1.500 €2.100 €
39 € / Monat468 €2.340 €3.276 €

Dagegen steht eine einmalig gebaute Seite: Bei Pixlane ab 500 € Fixpreis, dazu rund 100 € bis 200 € pro Jahr für Domain und Hosting bei einem frei wählbaren Anbieter. Nach fünf Jahren liegen beide Wege überraschend nah beieinander — mit dem Unterschied, dass du im einen Fall selbst gebaut hast und im anderen nicht.

Die vollständigen Marktbandbreiten stehen im Ratgeber Was kostet eine Website?

Der Posten, der in keinem Vergleich steht: deine Zeit

Die Werbung der Baukästen zeigt, wie man einen Textblock verschiebt. Das ist auch tatsächlich einfach. Der Aufwand liegt woanders:

  • Texte schreiben. Was steht auf der Startseite? Welche drei Sätze erklären dein Angebot einem Fremden? Das ist die eigentliche Arbeit und sie ist unabhängig vom Werkzeug.
  • Struktur festlegen. Welche Seiten braucht es, was gehört wohin, was ist der wichtigste Klick.
  • Bilder besorgen. Eigene Fotos machen oder Stockfotos suchen, zuschneiden, komprimieren.
  • Am Handy prüfen. Baukästen bauen die Mobilansicht automatisch — aber nicht immer gut. Nachjustieren kostet Zeit.
  • Rechtstexte. Impressum nach § 5 ECG, Offenlegung nach § 25 MedienG, Datenschutzerklärung, Cookie-Einwilligung. Generatoren helfen, aber du musst wissen, was deine Seite tatsächlich lädt. Die DSGVO-Checkliste zeigt, was dazugehört.

Rechne für eine ordentliche fünfseitige Seite im Baukasten realistisch mit 20 bis 40 Stunden, wenn du es zum ersten Mal machst. Setz deinen eigenen Stundensatz ein und vergleiche die Zahl mit dem Angebot eines Webdesigners. Bei vielen Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben kippt die Rechnung an dieser Stelle.

Die Nachteile von Wix und Jimdo, die selten genannt werden

Du kommst nicht mehr heraus

Das ist der schwerwiegendste Punkt. Wix gibt im eigenen Hilfebereich an, dass Websites auf den Servern von Wix gehostet und betrieben werden müssen und sich weder Templates noch die Website herunterladen oder exportieren lassen. Bei Jimdo ist die Lage vergleichbar: Es gibt kein Werkzeug, das eine bestehende Seite zu einem anderen Anbieter überträgt. Ein Wechsel bedeutet in beiden Fällen: neu aufbauen, Texte und Bilder händisch übertragen, Domain per Auth-Code umziehen.

Das ist kein Detail. Es heißt, dass die monatliche Zahlung faktisch nicht kündbar ist, ohne die Arbeit von Grund auf zu wiederholen.

Die Vorlage lässt sich nachträglich nicht tauschen

Wix weist im Hilfe-Center ausdrücklich darauf hin, dass sich die Vorlage einer bestehenden Website nicht austauschen lässt und Inhalte, Medien und SEO-Einstellungen nicht vollständig in ein neues Template übertragen werden können. Der offizielle Weg ist, eine neue Website anzulegen und Paket und Domain darauf zu übertragen. Wer die Vorlage am ersten Tag falsch wählt, entscheidet damit über Jahre.

Datenschutz ist Plattformsache

Welche Skripte geladen werden und welche Cookies gesetzt werden, bestimmt der Anbieter, nicht du. Eine Website ohne Cookies ist im Baukasten in der Regel nicht herstellbar. Für einen Betrieb, der bewusst ohne Tracking arbeiten will, ist das ein Ausschlusskriterium.

Support ist ein Ticketsystem

Wenn das Kontaktformular am Freitagnachmittag keine Mails mehr verschickt, schreibst du ein Ticket. Bei einem Einzelunternehmer rufst du an. Ob dir das etwas wert ist, hängt davon ab, wie wichtig die Website für deinen Umsatz ist.

Deine Seite sieht aus wie tausend andere

Vorlagen werden tausendfach verwendet. Für viele Betriebe ist das verschmerzbar. Für einen, der sich in einem dichten regionalen Markt abheben will — Graz ist so ein Markt — ist es ein Nachteil, der jeden Monat wirkt.

Was fair betrachtet für den Baukasten spricht

Damit das kein einseitiger Text wird, hier die andere Seite — sie ist nicht schwach:

  • Sofort startklar. Du kannst heute Abend beginnen und morgen online sein. Kein Angebot, kein Termin, keine Wartezeit.
  • Niedriger Einstiegsbetrag. Wenn 500 € oder 1.500 € gerade nicht da sind, ist ein Monatstarif der realistische Weg. Eine mittelmäßige Website ist besser als keine.
  • Alles aus einer Hand. Hosting, Domain, SSL-Zertifikat, Backups und Updates laufen im Hintergrund mit. Darum musst du dich nicht kümmern.
  • Änderungen jederzeit selbst. Öffnungszeiten am Sonntag ändern, ohne jemanden anzurufen.
  • Gut zum Testen. Für eine Geschäftsidee, die noch nicht validiert ist, ist ein Baukasten die vernünftige Zwischenlösung.

Ein ehrlicher Rat aus dieser Perspektive: Wenn du gerade gründest, das Angebot noch nicht steht und das Budget knapp ist — nimm den Baukasten. Wechsle, wenn die ersten Kunden da sind und du weißt, was auf der Seite stehen muss.

Sechs Fragen, die die Entscheidung treffen

  1. Kommen Kunden über Google? Wenn dein Geschäft von lokaler Sichtbarkeit lebt, ist die Website ein Vertriebskanal und keine Visitenkarte. Dann lohnt Aufwand.
  2. Was ist deine Stunde wert? Multipliziere mit 20 bis 40. Vergleiche das Ergebnis mit dem Angebot.
  3. Willst du die Seite in fünf Jahren mitnehmen können? Wenn ja, scheiden geschlossene Plattformen aus.
  4. Soll deine Seite ohne Tracking auskommen? Im Baukasten hast du diese Kontrolle nicht.
  5. Hast du Texte und Bilder? Wenn nicht, ist das der Engpass — bei beiden Wegen gleichermaßen.
  6. Wie schnell muss es gehen? Baukasten: heute. Gebaute Seite: ein bis sechs Wochen, je nach Umfang.
Der dritte Weg, den viele übersehen: Du musst dich nicht zwischen „alles selbst“ und „alles abgeben“ entscheiden. Eine gebaute Seite kann so übergeben werden, dass du die Stellen, die sich erfahrungsgemäß ändern — Öffnungszeiten, Preise, Kontaktdaten, Referenzen — selbst pflegst, und alles andere unangetastet bleibt. Das ist meist billiger als ein Wartungsabo und schneller als ein Ticket.
Direktvergleich

Baukasten und gebaute Website nebeneinander

Ohne Wertung — die Punkte, an denen sich die beiden Wege tatsächlich unterscheiden.

 Baukasten (Wix, Jimdo)Individuell gebaut
Kosten Jahr 1ca. 110–470 €ab 500 € einmalig + Hosting
Kosten nach 5 Jahrenca. 550–2.340 €einmaliger Betrag + ca. 500–1.000 € Hosting
Dein Zeitaufwandca. 20–40 StundenTexte, Bilder, Freigaben
Bis onlineStunden bis Tage1–6 Wochen je nach Umfang
Umzug zu anderem Anbieternur durch NeuaufbauDateien gehören dir, Hoster frei wählbar
Design wechselnbei Wix nur über neue Websitejederzeit änderbar
Ohne Cookies möglichin der Regel neinja
AnsprechpartnerSupport-Ticketeine Person, erreichbar

Du hast bereits eine Baukasten-Seite und willst wissen, ob sich der Umstieg lohnt? Das ist Thema unter Website-Relaunch.

FAQ

Häufige Fragen

Was kostet eine Website bei Wix?
Stand Juli 2026 liegen die gängigen Website-Tarife von Wix je nach Paket etwa zwischen 9 € und 29 € pro Monat, das große E-Commerce-Paket deutlich darüber. Die günstigen Werte gelten meist nur bei Jahreszahlung im Voraus. Über fünf Jahre summiert sich ein Tarif von 25 € im Monat auf rund 1.500 € — plus deine eigene Arbeitszeit für den Aufbau. Prüfe die aktuellen Listenpreise vor der Entscheidung direkt bei Wix, sie ändern sich regelmäßig.
Kann ich meine Wix- oder Jimdo-Website später zu einem anderen Anbieter mitnehmen?
Nicht als fertige Website. Wix gibt im eigenen Hilfebereich an, dass Websites auf Wix-Servern betrieben werden müssen und sich nicht exportieren lassen. Für Jimdo existiert ebenfalls kein Werkzeug, das eine Seite zu einem anderen Anbieter überträgt. In beiden Fällen bleibt nur der Neuaufbau mit händischer Übernahme von Texten und Bildern. Die Domain selbst kannst du per Auth-Code mitnehmen.
Kann ich bei Wix die Vorlage nachträglich wechseln?
Nein. Wix weist im Hilfe-Center ausdrücklich darauf hin, dass sich die Vorlage einer bestehenden Website nicht austauschen lässt und Inhalte, Medien und SEO-Einstellungen nicht vollständig übertragen werden können. Der vorgesehene Weg ist, eine neue Website mit dem gewünschten Template anzulegen und Paket sowie Domain darauf zu übertragen.
Ist eine Baukasten-Website schlechter für Google?
Nicht grundsätzlich. Moderne Baukästen erlauben Titel, Beschreibungen und sprechende Adressen. Der Unterschied liegt eher in der Ladezeit und in der Feinsteuerung: Was an Skripten geladen wird, bestimmt die Plattform, und bei strukturierten Daten oder technischen Details stößt man schneller an Grenzen. Für lokale Sichtbarkeit ist ohnehin das Google-Unternehmensprofil wichtiger als die Technik der Website.
Wie viel Zeit brauche ich für eine eigene Baukasten-Website wirklich?
Für eine ordentliche fünfseitige Firmenseite rechne beim ersten Mal mit 20 bis 40 Stunden. Der Großteil davon entfällt nicht auf das Bauen, sondern auf Texte schreiben, Struktur festlegen, Bilder aufbereiten, die Mobilansicht nachjustieren und die Rechtstexte. Dieser Aufwand fällt bei jedem Werkzeug an — er verschwindet nur, wenn ihn jemand anderer übernimmt.
Für wen ist der Baukasten die bessere Wahl?
Für Gründerinnen und Gründer, deren Angebot noch nicht feststeht, für Nebenprojekte, für Vereine mit sehr kleinem Budget und für alle, die eine Idee erst testen wollen. Eine einfache Website, die existiert, ist besser als eine perfekte, die auf Budget wartet. Der Wechsel lohnt sich, sobald die Website messbar Anfragen bringt.
Was ist der Unterschied zwischen Pixlane und einer klassischen Agentur?
Pixlane ist ein Einzelunternehmen: dieselbe Person führt das Erstgespräch, macht das Design, schreibt den Code und ist ein Jahr später noch erreichbar. Es gibt einen Fixpreis statt Stundenabrechnung, und als Kleinunternehmer nach § 6 Abs. 1 Z 27 UStG kommt keine Umsatzsteuer dazu. Was das konkret kostet, steht unter Preise & Pakete.

Unsicher, welcher Weg zu deinem Betrieb passt?

Ich sage dir im Erstgespräch auch dann ehrlich, wenn ein Baukasten für deinen Fall die vernünftigere Lösung ist. Ein Auftrag, der für dich keinen Sinn ergibt, nützt mir langfristig nichts.