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Ratgeber · Datenschutz

Website ohne Cookies —
geht das wirklich?

Ja. Die meisten Firmenwebsites brauchen keinen einzigen Cookie, und damit auch keinen Einwilligungs-Banner. Dieser Ratgeber erklärt, was Cookies technisch sind, was du ohne sie verlierst, wie du trotzdem misst, ob deine Seite funktioniert — und wo die Grenze verläuft.

Die kurze Antwort

Eine Website ohne Cookies ist nicht nur möglich, sie ist für einen typischen Handwerks-, Dienstleistungs- oder Praxisbetrieb der Normalfall. Cookies braucht man für Warenkörbe, Logins und Tracking. Wer nichts davon anbietet, braucht auch keine Cookies — und damit keinen Einwilligungs-Banner.

Der Banner ist nämlich kein Gütesiegel, sondern die Folge einer Entscheidung: Du hast etwas eingebaut, das ohne Einwilligung nicht laufen darf. Baust du es nicht ein, entfällt der Banner mitsamt den Absprüngen, die er verursacht.

Was Cookies technisch sind — und was sonst noch mitgemeint ist

Ein Cookie ist eine kleine Textdatei, die eine Website im Browser des Besuchers ablegt und beim nächsten Aufruf wieder ausliest. Damit merkt sich eine Seite etwas über dich: dass du eingeloggt bist, was im Warenkorb liegt, oder eben, dass du derselbe Besucher wie gestern bist.

Wichtig für die rechtliche Einordnung: § 165 Abs. 3 TKG 2021 spricht nicht von „Cookies“, sondern vom Zugriff auf Informationen im Endgerät der Nutzer. Das umfasst auch localStorage, sessionStorage und Verfahren, die Geräteeigenschaften auslesen, um Besucher wiederzuerkennen (Fingerprinting). Ein Tool, das „cookiefrei“ wirbt, aber Browsermerkmale ausliest, fällt damit unter dieselbe Regel. Cookiefrei bedeutet nicht automatisch einwilligungsfrei.

Ausgenommen sind Zugriffe, die für einen vom Nutzer ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich sind — der Warenkorb im Shop, die Sitzung nach dem Login, oder die Speicherung der Cookie-Entscheidung selbst.

Was ohne Cookies wegfällt — und was nicht

FunktionOhne Cookies möglich?
Seiten, Bilder, Texte, NavigationJa — Cookies haben damit nichts zu tun
KontaktformularJa, solange es auf dem eigenen Server läuft
Google-Karte auf der KontaktseiteNein — aber OpenStreetMap oder ein statisches Kartenbild mit Link schon
Eingebettetes YouTube-VideoNein — verlinken oder erst nach Klick laden
BesucherstatistikJa, über Server-Logs oder cookiefreie Analyse
Warenkorb, KundenloginNein — dafür sind Cookies technisch notwendig (und einwilligungsfrei erlaubt)
Werbe-RetargetingNein — das ist genau der Fall, für den es Einwilligung braucht

Für eine Firmenwebsite, die informiert und Anfragen erzeugt, steht in der linken Spalte nichts Unverzichtbares. Genau deshalb baue ich alle Pixlane-Seiten so, dass ohne Einwilligung nichts geladen wird, was nicht geladen werden muss.

Website-Tracking ohne Cookies: die Optionen

Du willst trotzdem wissen, ob deine Seite gefunden wird. Vier Wege, sortiert von unaufwendig zu aufwendig:

  • Server-Logdateien auswerten. Jeder Hoster protokolliert Aufrufe ohnehin. Werkzeuge wie GoAccess oder AWStats machen daraus Seitenaufrufe, Verweisquellen und beliebte Unterseiten. Die Daten verlassen deinen Server nie. Schwäche: Bots verzerren die Zahlen, und einzelne Besucher lassen sich nicht sauber über Sitzungen hinweg verfolgen — was datenschutzrechtlich gerade der Vorteil ist.
  • Google Search Console. Zeigt, für welche Suchbegriffe deine Seite in den Ergebnissen erscheint, wie oft geklickt wird und auf welcher Position du stehst. Sie arbeitet mit aggregierten Google-Daten, nicht mit Skripten auf deiner Seite — es wird also nichts im Browser deiner Besucher abgelegt. Für lokale Betriebe ist das die wertvollste Datenquelle überhaupt und sie ist kostenlos.
  • Cookiefreie Analyse-Werkzeuge. Selbst gehostetes Matomo im cookiefreien Modus oder europäische Dienste wie Plausible zählen Aufrufe ohne Wiedererkennungsmerkmale. Achte auf zwei Dinge: Wo stehen die Server, und wie genau wird der Besucher identifiziert? Wenn ein Werkzeug aus IP-Adresse und Browserdaten einen Hash bildet, ist das ein Zugriff auf Geräteinformationen — dann ist die Einwilligungsfrage wieder offen.
  • Offline messen. Der unterschätzte Weg. Eine eigene Telefonnummer nur für die Website, ein Feld „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ im Formular, und ein Blick darauf, wie viele Anfragen pro Monat hereinkommen. Für einen Betrieb mit zehn Anfragen im Monat ist das aussagekräftiger als jede Absprungrate.

Warum ich Werkzeuge aus den USA zurückhaltend einsetze

Die österreichische Datenschutzbehörde hat bereits Ende 2021 in einem Teilbescheid festgestellt, dass der damalige Einsatz von Google Analytics auf einer österreichischen Website gegen die DSGVO verstieß. Die rechtliche Lage hat sich seither geändert: Seit Juli 2023 gibt es mit dem EU-US Data Privacy Framework wieder einen Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission, auf den sich zertifizierte US-Anbieter stützen können. Das Gericht der Europäischen Union hat eine Klage dagegen im September 2025 abgewiesen; ein Rechtsmittel beim Europäischen Gerichtshof war zuletzt noch anhängig.

Meine praktische Schlussfolgerung daraus ist nicht „US-Dienste sind verboten“, sondern nüchterner: Die Grundlage kann sich ändern, und dann müsste eine Website nachgezogen werden. Eine Seite, die von Anfang an ohne diese Abhängigkeit auskommt, ist von solchen Entscheidungen schlicht nicht betroffen.

Website ohne Cookies erstellen: die Praxisliste

  1. Schriften selbst hosten. Schriftdateien herunterladen, auf den eigenen Server legen, per CSS einbinden. Kein Aufruf an ein fremdes CDN. Nebeneffekt: Die Seite lädt schneller, weil eine DNS-Auflösung und eine zusätzliche Verbindung entfallen.
  2. Karten ersetzen. Statt einer eingebetteten Google-Maps-Karte ein statisches Kartenbild mit einem Link „Route planen“ — oder OpenStreetMap-Kacheln von einem europäischen Anbieter.
  3. Videos verlinken statt einbetten. Ein Vorschaubild mit Play-Symbol, das im neuen Tab öffnet. Wer das Video wirklich sehen will, klickt.
  4. Social-Media-Widgets weglassen. Ein Instagram-Feed als Einbettung lädt fremde Skripte. Ein Link auf dein Profil tut es auch — und niemand scrollt auf deiner Website durch deinen Feed.
  5. Formulare auf dem eigenen Server verarbeiten. Externe Formulardienste laden ihre eigenen Skripte und setzen häufig eigene Cookies.
  6. Keine Frameworks vom fremden CDN. Bibliotheken, die aus dem Netz nachgeladen werden, übertragen bei jedem Seitenaufruf die IP-Adresse deiner Besucher an einen Dritten.
  7. Einstellungen ohne Speicherung lösen. Dunkel- oder Hellmodus lässt sich über die Systemeinstellung des Besuchers erkennen, ohne etwas abzulegen.

Das ist keine große Sache, wenn man es von Beginn an so baut. Aufwendig wird es nur, wenn eine bestehende Seite nachträglich entrümpelt werden muss — dann lohnt oft der Relaunch mehr als die Reparatur.

Brauche ich dann noch etwas?

Ja, eine Datenschutzerklärung. Die Informationspflicht nach Art. 13 DSGVO hängt nicht an Cookies, sondern an der Verarbeitung personenbezogener Daten — und die passiert spätestens in den Server-Logs deines Hosters und bei jeder Formularanfrage. Was sonst noch dazugehört, steht in der DSGVO-Checkliste.

Was du nicht brauchst: einen Banner, der pauschal über Cookies informiert, obwohl keine gesetzt werden. Ein solcher Hinweis ist kein zusätzlicher Schutz, sondern eine unnötige Hürde vor deinem Inhalt.

Was das praktisch bringt: keine Banner-Klickstrecke vor dem ersten Satz, ein bis zwei Netzwerkverbindungen weniger beim Laden, kein Consent-Werkzeug, das gepflegt und bezahlt werden will — und ein Argument, das du im Verkaufsgespräch verwenden kannst: „Wir geben Ihre Daten an niemanden weiter.“ Das stimmt dann auch.
Grenzfälle

Wann Cookies doch nötig sind

Es gibt Fälle, in denen der Verzicht keinen Sinn ergibt. Dann geht es nicht ums Vermeiden, sondern ums saubere Einholen der Einwilligung.

Fall 01

Onlineshop

Ein Warenkorb muss sich merken, was drin liegt. Diese Cookies sind unbedingt erforderlich und brauchen keine Einwilligung — Marketing-Pixel daneben allerdings schon.

Fall 02

Kundenbereich oder Buchung

Login-Sitzungen und verbindliche Terminbuchungen setzen Cookies zwingend voraus. Auch hier gilt die Ausnahme für technisch notwendige Zugriffe.

Fall 03

Bezahlte Werbung

Wer Google- oder Meta-Anzeigen schaltet und wissen will, welche Anzeige zur Anfrage geführt hat, kommt um Messung nicht herum — und damit um einen Einwilligungs-Banner mit echtem „Ablehnen“.

Was so eine Seite kostet, steht im Ratgeber Was kostet eine Website? und konkret unter Preise & Pakete.

FAQ

Häufige Fragen

Ist eine Website ohne Cookies wirklich möglich?
Ja. Cookies sind kein Bestandteil einer Website, sondern eine Zusatzfunktion für Wiedererkennung. Eine Seite mit Startseite, Leistungen, Referenzen, Kontaktformular und Rechtstexten funktioniert vollständig ohne einen einzigen Cookie. Nötig werden sie erst bei Warenkorb, Login, Buchung oder Tracking.
Brauche ich ohne Cookies trotzdem einen Hinweis?
Einen Cookie-Banner nicht. Eine Datenschutzerklärung schon: Die Informationspflicht nach Art. 13 DSGVO greift, sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden, und das passiert bereits durch die IP-Adressen in den Server-Logdateien und über das Kontaktformular.
Wie sehe ich ohne Cookies, wie viele Besucher meine Seite hat?
Über drei Wege: die Server-Logdateien deines Hosters, ausgewertet mit einem Werkzeug wie GoAccess; die Google Search Console, die Suchanfragen, Klicks und Positionen zeigt, ohne dass ein Skript auf deiner Seite läuft; und ein cookiefreies Analysewerkzeug wie ein selbst gehostetes Matomo. Für viele Betriebe reicht schon die Search Console plus die Zahl der Anfragen pro Monat.
Ist cookiefreies Tracking automatisch ohne Einwilligung erlaubt?
Nein, und das ist der häufigste Irrtum. § 165 Abs. 3 TKG 2021 regelt den Zugriff auf Informationen im Endgerät — nicht nur Cookies. Ein Werkzeug, das aus Browsermerkmalen und IP-Adresse eine Kennung bildet, greift ebenfalls auf Geräteinformationen zu. Entscheidend ist, was ein Werkzeug tatsächlich tut, nicht wie es beworben wird.
Sind technisch notwendige Cookies erlaubt?
Ja. § 165 Abs. 3 TKG 2021 nimmt Zugriffe aus, die für einen vom Nutzer ausdrücklich gewünschten Dienst unbedingt erforderlich sind. Dazu zählen der Warenkorb im Shop, die Login-Sitzung und die Speicherung der Cookie-Entscheidung selbst. Reichweitenmessung und Marketing fallen nicht darunter.
Was ist mit Google Maps auf der Kontaktseite?
Eine eingebettete Google-Maps-Karte lädt beim Seitenaufruf Inhalte von Google und überträgt dabei die IP-Adresse des Besuchers. Zwei saubere Alternativen: ein statisches Kartenbild mit einem Link „Route planen“, der erst auf Klick zu Google oder zu einem anderen Kartendienst führt — oder eine Karte auf Basis von OpenStreetMap. Beides sieht praktisch gleich aus und ist unproblematisch.
Bekomme ich bei Pixlane automatisch eine Seite ohne Cookies?
Sofern dein Projekt keine Funktion braucht, die Cookies zwingend voraussetzt: ja, das ist der Standard. Schriften liegen lokal, Karten laufen über OpenStreetMap, es werden keine Drittanbieter-Skripte nachgeladen. Wenn du Werbung schalten oder einen Shop betreiben willst, richte ich stattdessen eine saubere Einwilligungslösung ein, bei der ohne Zustimmung wirklich nichts lädt.

Eine Seite, die ohne Banner auskommt.

Wenn du wissen willst, ob deine bestehende Website ohne Cookies auskommen würde: Schick mir die Adresse. Ich sehe nach, was tatsächlich nachgeladen wird, und sage dir, was davon entbehrlich ist.